Kooperationsstelle Hamburg IFE - Institut für internationale Forschung, Entwicklung, Evaluation und Beratung

Kosten und Nutzen von Prävention (benOSH)

Sozioökonomische Kosten von arbeitsbedingten Unfällen und Gesundheitsproblemen im Vergleich zu entsprechenden Präventionsmaßnahmen (benOSH)

Im Auftrag der Generaldirektion Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit der Europäischen Kommission führten Prevent, ein in Brüssel angesiedeltes, multidisziplinäres Institut und die Kooperationsstelle Hamburg eine Studie durch, in der die betrieblichen Kosten von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen ermittelt wurden. Diese wurden dann den erforderlichen Kosten für Präventionsmaßnahmen gegenübergestellt. Die Generaldirektion gab die Studie in Auftrag, um mehr Aufschluss darüber zu erhalten, welche unternehmerischen Überlegungen Präventionsmaßnahmen in den Betrieben beeinflussen.

Es wurden 401 betriebsbezogene Fallstudien in über 50 Unternehmen erstellt. Berücksicht wurden sowohl Arbeitsunfälle unterschiedlicher Schwere (ohne Wegeunfälle), als auch arbeitsbedingte Erkrankungen wie z.B. Muskelskelett-Probleme, Haut- und Atemwegserkrankungen und Verletzungen durch Gewalteinwirkungen.

Anhand eines kurzen Fragebogens wurden wichtige anonymisierte Informationen zu den ausgewählten Unfällen oder den Erkrankungen, wie etwa verlorene Arbeitstage, Umschulungen und beschädigte Einrichtungen erhoben. Mithilfe einer speziellen Excel-Tabelle berechneten die ProjektmitarbeiterInnen daraus die betriebsbezogenen Kosten. Es wurden dann Präventivmaßnahmen ausgewählt, die den jeweiligen Unfall bzw. diese Erkrankung verhindert haben oder hätten. Diese Maßnahmen reichten von einfachen Schutzhandschuhen bis zu komplexen technischen Einrichtungen sowie Schulungs- und Motivationsmaßnahmen. Auch dafür wurden die Kosten ermittelt und schließlich wurden beide Summen in einem Kosten-Nutzen-Abgleich miteinander verglichen.

Die Arbeiten an der Studie wurden im Februar 2009 begonnen. Die Aufnahme der Daten in den Unternehmen wurde im Juli/August 2010 abgeschlossen. Das Projekt selbst wurde Ende 2010 beendet. Die Ergebnisse wurden von der Europäischen Kommission akzeptiert. Eine Veröffentlichung in Form einer kleinen Auflage von Druckerzeugnissen ist im November 2011 erfolgt.  Etwa 10 Exemplare wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz wichtigen Förderern des Projekts zugestellt. Eine Veröffentlichung auf den Webseiten der Generaldirektion  ist Ende April 2012 erfolgt >> . Eine Übersetzung der Kurzfassung ins Deutsche wurde im Januar 2012 fertiggestellt und ist hier abrufbar (pdf, 1200 kB): >>.

Es zeigte sich, dass in der übergroßen Mehrheit der Fälle Investitionen in Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutz-Maßnahmen zu beträchtlichen Einsparungen für die Unternehmen führen. In Großbetrieben können insbesondere gezielte Gesundheitsschutzmaßnahmen zu deutlichen Einsparungen führen. Damit solche Maßnahmen in größeren Betrieben entwickelt werden können, ist allerdings ein Umdenken aller Beteiligten notwendig.

Informationen zu Prevent (Projektkoordinator):
Prevent ist ein angesehenes, multidisziplinäres Institut aus Brüssel, das an der Verminderung von Risiken am Arbeitsplatz durch die Förderung der Qualität von Arbeitsbedingungen und durch die Verbesserung der Arbeitsorganisation, arbeitet. Das Institut forscht für verschiedene Auftraggeber, unterstützt, berät und informiert Unternehmen und Einrichtungen wie Berufsgenossenschaften, externe Präventionsdienstleister, Berufsvereinigungen, die Sozialpartner, die Gewerbeaufsicht und andere gesellschaftliche Einrichtungen.

Kontakt:

Lothar Lißner