Kooperationsstelle Hamburg IFE - Institut für internationale Forschung, Entwicklung, Evaluation und Beratung

NERCLIS

Neu aufkommende arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken und ihre Berücksichtigung durch die Gewerbeaufsicht.

NERCLIS ist eine gemeinschaftliche Studie mehrerer Forschungsinstitute; sie wird im Auftrag der Generaldirektion Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit der Europäischen Kommission in allen EU-Mitgliedsstaaten durchgeführt.

Die beteiligten Institute sollen ermitteln, wie und inwiefern Gewerbeaufsichtsämter – darunter verstehen wir auch Institutionen und Behörden mit vergleichbaren Funktionen – auf neue und steigende Risiken in der Arbeitswelt reagieren. Das umfasst verschiedene Fragestellungen: Was wird von der Gewerbeaufsicht als neues oder steigendes Risiko angesehen, wie werden die Risiken beurteilt und vor allem: wie werden Überwachungskonzepte und -programme an neue Herausforderungen in der Arbeitswelt angepasst und wie werden die Ausbildungsgänge und Fortbildungen modernisiert.

Unter neuen und steigenden Risiken verstehen wir nicht nur Risiken, die sich aus neuen Technologien ergeben, wie z.B. Nanotechnologien, oder Veränderungen, die sich aus der Verbreitung bestimmter Arbeitsformen ergeben, z.B. Computerarbeit im Büro. Sie ergeben sich auch aus veränderten Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer.

Bedeutende Entwicklungen sind bspw. die Zunahme von Zeitarbeit, das zunehmende durchschnittliche Lebensalter der erwerbstätigen Arbeitnehmer, die Zunahme von kleinen und sehr kleinen Betrieben mit oft geringen Kenntnissen im Arbeits- und Gesundheitsschutz, die Zunahme von Tätigkeiten im Transport und Handel oder der höhere Anteil erwerbstätiger Frauen.
Insgesamt sind dies Entwicklungen, die Veränderungen der Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer bedeuten und damit die Konzepte, die Strategie und Politik der Gewerbeaufsicht beeinflussen und verändern.

In der Studie werden zunächst allgemeine Trends der Entwicklung der neuen und wachsenden Risiken sowie die Veränderungen der Gewerbeaufsichtskonzepte in den EU-Mitgliedsstaaten beschrieben. Ziel dieser ersten Analysephase ist es, Beispiele für gute Praxis, für Innovation und für Erfolge neuer Gewerbeaufsichtskonzepte zu finden.

In der zweiten Projektphase werden wir ausgewählte Beispiele im Detail analysieren um deren Wirksamkeit, Nachhaltigkeit sowie potentielle Übertragbarkeit auf andere Branchen bzw. Mitgliedstaaten angemessen einschätzen zu können.

Ansprechpartner für das Projekt sind:

Kontakt:

Lothar Lißner
Reka Zayzon